Schlagwort-Archiv: Karlsruhe

Kurzmitteilung

Heute morgen fiel, nach 438 Verhandlungstagen, das Urteil gegen Beate Zschäpe, Ralf Wohlleben und die anderen Mitangeklagten im NSU-Prozess. Zschäpe erhält lebenslänglich. Außerdem hat das Gericht die besondere Schwere der Schuld festgestellt. Ralf Wohlleben wurde zu einer Freiheitsstrafe von nur … Weiterlesen

AfD-Kader Oliver Schnell in Nachbarschaft geoutet

Unbekannte haben offenbar die Nachbarschaft des AfD-Kader Oliver Schnell, mit Flugblättern und Plakaten über sein rechtes Treiben informiert. Sein Haus am  Liedolsheimer Ring 17a in 76149 Karlsruhe wurde dabei mit Farbe markiert. Sie nehmen dabei auch Bezug auf den AfD-Bundesparteitag in Augsburg am 30. Juni und die kommenden Kommunalwahlen. Nachzulesen auf dem linken Medienportal Indymedia.

Schnell ist 1. Vorsitzender  des AfD Ortsverbands Karlsruhe-Neureut sowie
stellv. Sprecher des AfD Kreisverbands Karlsruhe-Stadt und eine der treibenden Kräfte in der Vorbereitung des Wahlkampfes für die Kommunalwahl im nächsten Jahr. Außerdem pflegt er guten Kontakt zu Mitgliedern der „Identitären Bewegung“ (IB) und anderen Neonazis.

Flugblatt über Oliver Schnell, Quelle: Indymedia

Kurzmitteilung

Inzwischen ist der Ort der antifaschistische Kundgebung gegen die Demonstration der AfD, morgen in Bruchsal, bekannt. Sie wird um 13 Uhr an der Ecke John-Bopp-Straße/Josef-Kunz-Straße beginnen. Kommt vorbei und werdet aktiv gegen Nazis, RassistInnen und rechte Hetze!

Kurzmitteilung

Am 2. Juni finden in Bruchsal Proteste gegen die Demonstration der AfD statt. Die Anreise aus Karlsruhe wird sich früher als bisher geplant, bereits um 11:45 Uhr, am Südeingang des Karlsruher Hauptbahnhofs treffen um zusammen nach Bruchsal zu fahren.

Aufruf zu den Protesten gegen die AfD am 2. Juni in Bruchsal

Kein Platz für rechte Hetze – Höcke keine Basis bieten!

Für den 02. Juni mobilisiert der AfD Stadtverband Bruchsal zu einer Kundgebung am Friedrichsplatz mit anschließendem Marsch durch Bruchsal, zu dem verschiedene bekannte Gäste geladen sind.

Neben dem Landesvorsitzenden Ralf Özkara sowie den Landtagsabgeordneten Christina Baum und Rainer Balzer ist man wohl besonders stolz darauf, den prominenten rechten Demagogen Björn Höcke als Redner gewonnen zu haben, der für die AfD eines der wichtigsten und bedeutendsten Mitglieder ist und dessen Auftritt im öffentlichen süddeutschen Raum eine echte Premiere darstellt.

Höcke fiel durch häufige offen rassistische Aussagen auf und übernahm teils direkt die Sprache der deutschen Faschisten. So fantasierte er bereits von einem „tausendjährigen Bestehen“ und einer „tausendjährigen Zukunft“ Deutschlands, und proklamierte genetische Unterschiede zwischen Europäern und Afrikanern.

Das Holocaust-Mahnmal in Berlin bezeichnete er als „Denkmal der Schande“

Höcke vertritt eine völkisch-nationalistische Gesellschaftsvorstellung und sucht den Schulterschluss mit der extrem Rechten. Er symbolisiert das wahre Gesicht der AfD und verkörpert die Werte des fortschreitenden gesellschaftlichen Rechtsrucks, der zunehmend zu einer Bedrohung für all jene wird, die nicht in das krude Weltbild der AfD passen.

Nun traut Björn Höcke sich erstmals auch in den öffentlichen Raum im Südwesten Deutschlands, nachdem er sich sonst kaum aus seinem ostdeutschen Habitat bewegte. Die Region scheint kaum zufällig gewählt zu sein: Seit Jahresbeginn kommt es in Kandel, unweit von Bruchsal, regelmäßig zu rechten Aufmärschen, unter anderem organisiert von Christina Baum und ihrem Bündnis „Kandel ist überall“.

Bruchsal war in der Vergangenheit schon Schauplatz rechter Aktivitäten. So wurde unter anderem 2016 der „Tag der Heimattreue“ veranstaltet, bei dem Nazis aus der ganzen Region unter Polizeischutz ihre faschistische Hetze auf die Straße tragen konnten.

Die Region entwickelt sich zu einer rechten Wohlfühlzone, in der allerlei Rechte bequem marschieren können, während der Gegenprotest mit allen Mitteln zu ersticken versucht wird – es erscheint also wenig verwunderlich, dass man sich ausgerechnet Bruchsal für eine solche Aktion ausgesucht hat.

Die AfD versucht Rassismus, Sexismus und Ausgrenzung Andersdenkender gesellschaftsfähig zu machen, und hat damit auch Erfolg. Wir erleben einen immer stärkeren Rechtsruck und Gewalt gegen Geflüchtete, MigrantInnen und Andersdenkende nimmt zu. Nazis schrecken längst nicht mehr vor direkten Angriffen auf politische Gegner zurück. Dagegen gilt es konsequent vorzugehen und den Protest gegen die herrschenden Zustände auf die Straße zu tragen.

Kommt am 2. Juni nach Bruchsal und lasst Höckes Aufmarsch zum Desaster werden!

„DIE RECHTE“-Aktivist, Cedric Ehrenberger, geoutet

Unbekannte haben offenbar die Nachbarschaft eines Aktivisten des „Kreisverbands Karlsruhe“ der Partei „DIE RECHTE“ mit Flugblättern über sein Wirken in der rechten Szene informiert und nehmen dabei Bezug auf die Bürgermeisterkandidatur von Michael Brück in Weingarten. Das berichtet das linke Nachrichtenportal Indymedia. Bei dem Betroffenen handelt es sich um Cedric Ehrenberger aus Malsch, mittlerweile wohnhaft in der Klosestraße 39 in 76135 Karlsruhe.

Der 29-jährige Lebensmitteltechniker ist seit mehr als 10 Jahren in der Neonazi-Szene in Südbaden aktiv und war Organisator des Neonazi-Aufmarschs „Tag der deutschen Zukunft“ am 03.06.2017 in Karlsruhe-Durlach. Vergangenen Sommer schaffte es Ehrenberger durch sein rechtes Umfeld sogar in die Mainstream-Presse (1, 2), als er – gemeinsam mit einer Reisegruppe Neonazis – im „Bierkönig“ auf Mallorca durch das skandieren rassistischer Parolen wie z.B „Ausländer raus“, das Präsentieren einer Reichskriegsflagge sowie das Zeigen von Hitlergrüßen für eine Unterbrechung eines Konzerts der Schlagersängerin „Mia Julia“ sorgte. Die Gruppe soll im weiteren Verlauf ihres Aufenthalts außerdem Frauen belästigt und einen dunkelhäutigen Mann bepöbelt haben. Eigene Veröffentlichungen der Faschisten belegen die eindeutige Zugehörigkeit von Cedric Ehrenberger zu dieser Reisegruppe (s.u).

Indymedia: [KA] Neonazi von „DIE RECHTE“ – Cedric Ehrenberger – an seinem Wohnort geoutet! (Archiv)

Flugblatt über Cedric Ehrenberger, Quelle: Indymedia

Kurzmitteilung

Der stellvertretende NRW-Landesvorsitzende der neofaschistischen Partei „DIE RECHTE“, Michael Brück, will die kommunale Verankerung der Partei vorantreiben und kandidiert am 08.04 in Weingarten (Baden) bei der kommenden Bürgermeisterwahl – obwohl die Gemeinde rund 350km von seinem eigentlichen Wohnort entfernt ist. … Weiterlesen

Chronik rechter Aktivitäten in Karlsruhe und Umgebung 2016

Die Aktivitäten der extremen Rechten in Karlsruhe und Region im Jahr 2017

Zunahme an Rechtsrockkonzerten – verstärkte Aktivitäten von „Die Rechte“ – sinkende Teilnehmerzahlen bei „Karlsruhe wehrt sich“ – kurzer Sommer der Identitären Bewegung

Die extreme Rechte trat im Jahr 2016 in Karlsruhe und der Region in
unterschiedlicher Art und Weise auf.

Zur Landtagswahl 2016 machte vor allem die extrem rechte Kleinstpartei
„Die Rechte“ mobil. Neben Infoständen, Unterschriftensammlungen, einer
Wahlkampftour durch die Wahlkreise Eppingen und Bretten sowie
Baden-Baden, Rastatt und Bruchsal, fand am 19. März auch ein
überregionaler und überparteilicher „Tag der Heimattreue“ statt, zu dem
ca. 120 Neonazis kamen. Anmelder dieses nationalistischen Events war der
in Hagsfeld wohnende Landesvorsitzende von „Die Rechte“ Manuel Mültin.
Auch nutzte „Die Rechte“ das Jahr 2016 um ihre Kontakte nach Dortmund
(Delegation beim „Tag der Deutschen Zukunft“) und nach Ostdeutschland
(Delegation beim „Tag der Deutschen Arbeit“ in Erfurt) zu intensivieren
sowie um den Landesverband weiter auszubauen. Dazu wurden die
Kreisverbände Weil am Rhein und Rhein-Neckar gegründet. Neben diesen
Parteiaktivitäten, war auch eine Zunahme an Musikveranstaltungen zu
vernehmen. Rechtsrock-Konzerte und Liederabende fanden vor allem im
Murgtal (Bad Wildbad) in der Region Pforzheim (Kieselbronn,
Kämpfelbach), Bruchsal (Forst) und Rastatt (Waldbronn) statt. Vor allem
Bad Wildbad tat sich als regelmäßiger Veranstaltungsort hervor. Dort
fanden Seit November 2015 insgesamt 6 Konzerte statt.

Doch nicht nur offen faschistische Organisationen nutzten Karlsruhe und
Region als Agitationsfeld. Die nationalistische und rassistische
Bewegung „Karlsruhe wehrt sich“ um Ester Seitz führte in regelmäßigen
Abständen Demonstrationen durch die Karlsruhe Innenstadt durch, welche
jedoch gegen Ende des Jahres mit sinkenden Teilnehmerzahlen zu kämpfen
hatte. Gleiches gilt für die Aktivitäten der neu-rechten „Identitären
Bewegung“, die mit einer Karlsruher Ortsgruppe Mitte des Jahres in und
um Karlsruhe mit verschiedenen Propagandaaktionen auftrat. Auch führte
die Ortsgruppe mehrere Stammtische im Moninger Brauhaus in Grünwinkel
sowie im Gasthaus Pflug in Durlach durch. Zum Ende des Jahres hin
verschwand die Identitäre Bewegung jedoch wieder aus der Öffentlichkeit.

Die Region Karlsruhe wird immer mehr zum Agitationsfeld der extremen
Rechten. Neben einer aus den örtlichen Kameradschaftsstrukturen
erwachsenen legalen Partei „Die Rechte“ etabliert sich auch eine
subkulturelle, rechte Musikszene, die sich aus ehemaligen verbotenen
„Blood and Honour“-Strukturen sowie den Hammerskins zusammensetzt.
Mit dem kommenden Nazi-Großevent „Tag der deutschen Zukunft“ am 03. Juni
diesen Jahres in Durlach plant die extreme Rechte einen weiteren Schritt
in Richtung einer Etablierung in der Region.

Zur Chronik rechter Aktivitäten in Karlsruhe und Umgebung

Antifaschistische Aktion Karlsruhe im März 2017