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Antifa-Camp 2017: Die eigene Seite aufbauen!

Infos zum Programm | Infos zur Anreise

Im Herbst stehen die Bundestagswahlen an, der erstmalige Einzug einer offen rechtspopulistischen Kraft ins Bundesparlament scheint dabei reine Formsache. Im Windschatten der Rechtspopulisten versammeln die Faschisten zwar nicht gerade die Massen hinter sich, doch sie profitieren von den Tabubrüchen der biederen Brandstiftern.

Die Rechten und die ganz ganz Rechten stehen am 24. September auf den Wahlzetteln und in den Wochen davor in den Fußgängerzonen. Es geht ihnen um Stimmen, Geld und Öffentlichkeit – viele antifaschistische Initiativen werden die Zeit nutzen um die Rechten in Anbetracht der Umstände bestmöglich zurückzudrängen und anzugreifen.

Zu sagen der Kampf geht nach dem 24. September 2017 erst richtig los ist genauso falsch wie nach den Wahlen von einer Niederlage zu sprechen. Fakt ist: Den Einzug der Rechtspopulisten werden wir auch durch das größte Engagement nicht verhindern können, dazu ist die antifaschistische Bewegung aktuell zu stark in der Defensive. Fakt ist auch, die Voraussetzungen für linke Politik werden danach nicht besser werden – das Gegenteil ist zu erwarten. Dennoch: Für uns bedeutet diese Erkenntnisse jedoch nicht den Kopf in den Sand zu stecken.

Schließlich ist es unübersehbar, dass Pegida, AfD und Co. eine spürbare Gegenbewegung erzeugt haben und so dem für viele Linke als Auslaufmodell begriffenen Abwehrkampf gegen Rechts wieder Bedeutung zukommt. Mit dem Antifa-Camp im Spätsommer wollen wir daran anknüpfen. Im Kampf gegen den gesellschaftlichen Rechtsruck haben sich viele, insbesondere junge, Menschen politisiert, andere haben den Weg zurück auf die Straße gefunden. Dort wo in den vergangenen Jahren nur Antifa-Gruppen und einige BündnispartnerInnen unterwegs waren ist wieder Bewegung.
Dass die Energie der Straße früher oder später verpufft wenn sie nicht entsprechend aufgegriffen und transformiert wird ist keine neue Erkenntnis. In unseren Augen sind wir an einem Punkt an dem es genau darum gehen muss: Gezielt die eigene Seite aufzubauen. Wir müssen die Erfahrungen der letzten Monate und Jahre auswerten, Vernetzungen und Kontakte ausbauen, Methoden abgleichen und uns inhaltlich über die Entwicklungen austauschen. Natürlich nicht ohne konsequent da weiter zu machen wo wir angefangen haben – den Rechten ganz praktisch den Marsch zu blasen.

Natürlich wird es wieder die geben, die spätestens jetzt den Finger heben und sagen: „Den Marsch blasen und dann ziehen sie sich in den Schwarzwald zurück?“. Uns ist klar, dass auch an einem Wochenende zwei Wochen vor den wichtigsten bürgerlichen Wahlen viel zu tun ist: Es wird öffentliche AfD-Veranstaltungen geben die an diesem Wochenende ohne unseren Widerstand stattfinden können, tagsüber werden viele Menschen an Plakaten mit rechter Hetze vorbeilaufen, weil wir sie in der Nacht davor nicht entfernen konnten. Für uns ist das tatsächlich zumindest für ein Wochenende verschmerzbar. Denn es ist schon richtig: Reine Feuerwehrpolitik bringt uns langfristig nicht weiter. Gerade darum müssen wir über Antifa reden.

Deswegen laden wir euch ein. Kommt zum Antifa-Camp, bringt euch ein und lasst und gemeinsam noch mehr Grundlagen schaffen um die kommende Zeit mit der notwendigen Puste meistern zu können.

Sommer, Sonne, Antifa!

Mehr Infos, Programm und Anreisemöglichkeiten: antifacamp2017.blogsport.eu

8. – 10. September: Antifa-Camp im Schwarzwald!

Die letzten Jahre zeigen: Antifaschistische Arbeit ist so notwendig wie schon lange nicht mehr. Rechte und reaktionäre Massen ziehen durch die Straßen, die AfD scheint sich in den bürgerlichen Parlamenten zu etablieren und im faschistischen Lager kommt es mit dem Niedergang der NPD zur Wachablösung. Kurz gesagt: Die Arbeit geht uns nicht aus.

So wichtig die gemeinsame Praxis und der Widerstand gegen den Rechtsruck sind, so notwendig ist der Austausch und die Diskussion über die aktuellen Entwicklungen.Was bedingt den Aufstieg der AfD? Warum dürfen wir die faschistische Szene nicht „rechts“ liegen lassen? Welche Erfahrungen gibt es in anderen Ländern? Und: Wie kann antifaschistische Arbeit attraktiv und gleichzeitig wirksam gestaltet werden?

Darüber und über mehr wollen wir im Spätsommer debattieren. Gemeinsam organisieren Antifa-Gruppen aus Baden-Württemberg ein antifaschistisches Camp im Schwarzwald. Wir wollen ein Wochenende nutzen um zusammen über nachhaltige und schlagkräftige Strategien gegen den Rechtsruck diskutieren. Ziel ist es, uns über die eigene Arbeit auszutauschen, uns über die Stadtgrenzen hinweg besser zu vernetzen und natürlich eine erlebnisreiche Zeit miteinander zu verbringen.

Kommt zum Antifa-Camp 2017: Sommer, Sonne, Antifa!

Infos: Kontakt und Anreise über antifacamp2017.blogsport.eu

Ein ausführliches Programm folgt bald – hier schon einmal ein kleiner Vorgeschmack:
Austausch und Diskussion: Was tun gegen den Rechtsruck?
GenossInnen aus anderen Ländern berichten: Antifa International
Workshop: Faschismustheorien
Konzert: T-Killas (Ska, Aschaffenburg), Enraged Minority (Antifascist Streetpunk, Freiburg)
Türkei: Diktatur, Faschismus…?
Und mehr: Vernetzung & Diskussionen – Bullenstrategien & Umgang – Überwachung & Gegenstrategien – Bücher, Broschüren, Hintergründe – Cocktailbar & Lagerfeuerromantik – u.v.m.

Chronik rechter Aktivitäten in Karlsruhe und Umgebung 2016

Die Aktivitäten der extremen Rechten in Karlsruhe und Region im Jahr 2017

Zunahme an Rechtsrockkonzerten – verstärkte Aktivitäten von „Die Rechte“ – sinkende Teilnehmerzahlen bei „Karlsruhe wehrt sich“ – kurzer Sommer der Identitären Bewegung

Die extreme Rechte trat im Jahr 2016 in Karlsruhe und der Region in
unterschiedlicher Art und Weise auf.

Zur Landtagswahl 2016 machte vor allem die extrem rechte Kleinstpartei
„Die Rechte“ mobil. Neben Infoständen, Unterschriftensammlungen, einer
Wahlkampftour durch die Wahlkreise Eppingen und Bretten sowie
Baden-Baden, Rastatt und Bruchsal, fand am 19. März auch ein
überregionaler und überparteilicher „Tag der Heimattreue“ statt, zu dem
ca. 120 Neonazis kamen. Anmelder dieses nationalistischen Events war der
in Hagsfeld wohnende Landesvorsitzende von „Die Rechte“ Manuel Mültin.
Auch nutzte „Die Rechte“ das Jahr 2016 um ihre Kontakte nach Dortmund
(Delegation beim „Tag der Deutschen Zukunft“) und nach Ostdeutschland
(Delegation beim „Tag der Deutschen Arbeit“ in Erfurt) zu intensivieren
sowie um den Landesverband weiter auszubauen. Dazu wurden die
Kreisverbände Weil am Rhein und Rhein-Neckar gegründet. Neben diesen
Parteiaktivitäten, war auch eine Zunahme an Musikveranstaltungen zu
vernehmen. Rechtsrock-Konzerte und Liederabende fanden vor allem im
Murgtal (Bad Wildbad) in der Region Pforzheim (Kieselbronn,
Kämpfelbach), Bruchsal (Forst) und Rastatt (Waldbronn) statt. Vor allem
Bad Wildbad tat sich als regelmäßiger Veranstaltungsort hervor. Dort
fanden Seit November 2015 insgesamt 6 Konzerte statt.

Doch nicht nur offen faschistische Organisationen nutzten Karlsruhe und
Region als Agitationsfeld. Die nationalistische und rassistische
Bewegung „Karlsruhe wehrt sich“ um Ester Seitz führte in regelmäßigen
Abständen Demonstrationen durch die Karlsruhe Innenstadt durch, welche
jedoch gegen Ende des Jahres mit sinkenden Teilnehmerzahlen zu kämpfen
hatte. Gleiches gilt für die Aktivitäten der neu-rechten „Identitären
Bewegung“, die mit einer Karlsruher Ortsgruppe Mitte des Jahres in und
um Karlsruhe mit verschiedenen Propagandaaktionen auftrat. Auch führte
die Ortsgruppe mehrere Stammtische im Moninger Brauhaus in Grünwinkel
sowie im Gasthaus Pflug in Durlach durch. Zum Ende des Jahres hin
verschwand die Identitäre Bewegung jedoch wieder aus der Öffentlichkeit.

Die Region Karlsruhe wird immer mehr zum Agitationsfeld der extremen
Rechten. Neben einer aus den örtlichen Kameradschaftsstrukturen
erwachsenen legalen Partei „Die Rechte“ etabliert sich auch eine
subkulturelle, rechte Musikszene, die sich aus ehemaligen verbotenen
„Blood and Honour“-Strukturen sowie den Hammerskins zusammensetzt.
Mit dem kommenden Nazi-Großevent „Tag der deutschen Zukunft“ am 03. Juni
diesen Jahres in Durlach plant die extreme Rechte einen weiteren Schritt
in Richtung einer Etablierung in der Region.

Zur Chronik rechter Aktivitäten in Karlsruhe und Umgebung

Antifaschistische Aktion Karlsruhe im März 2017

Wir sind angetreten, den Naziaufmarsch zu verhindern!

Am 3. Juni 2017 wollen Nazis aus ganz Deutschland und darüber hinaus versuchen, sich in Karlsruhe zu versammeln. Anlass soll der mittlerweile neunte sogenannte „Tag der deutschen Zukunft“ („TddZ“) sein, den die Nazis von der faschistischen Partei „Die Rechte“ dieses Jahr nach Karlsruhe bringen wollen.

„TddZ“ – hausieren mit völkischer Ideologie
Gegründet von der „Initiative gegen Überfremdung“ fand der „Tag der deutschen Zukunft“ seit 2009 in verschiedenen Städten statt und hat sich als eines der wichtigsten Events für deutsche Faschisten etabliert. Mit um die 1000 Teilnehmenden hat der „TddZ“ dabei beim letzten Aufmarsch in Dortmund noch einmal deutlich an Größe und damit auch an Bedeutung zugelegt. Inhaltlich ist die Veranstaltung nicht nur von einem überdeutlich zur Schau gestellten Nationalismus und Faschismus sowie eine Propagierung der Blut-und-Boden-Ideologie geprägt, auch ein positiver Bezug zum historischen deutschen Faschismus wird immer wieder sichtbar.

Qualitativ unterscheiden sich der Faschismus und auch faschistische Organisationen stark von neueren Akteuren der Rechten wie der „AfD“ oder „Pegida“. So widerlich und gefährlich diese auch sind, so sehr es Verzahnungen dieser mit der klar faschistischen Rechten gibt, so stellt sich der Faschismus dennoch als eine Ideologie und Bewegung dar, die geschürte Ressentiments konsequent zu Ende denkt und deren gewaltsame Umsetzung vertritt. Dabei bedeutet Faschismus nicht nur extremer völkischer Nationalismus, sondern in der Zielvorstellung der Faschisten vor allem Terror und Tod für seine Gegner und ausgeschlossene Menschengruppen. Dazu zählen alle, die nicht in ihr Weltbild passen, weil sie eine andere Hautfarbe, Nationalität, Religion oder sexuelle Orientierung haben, ebenso FeministInnen, Menschen mit Behinderungen und Linke, gehören zum Feindbild der Neonazis. Dabei ist die derzeitige faschistische Rechte noch weit von diesem Ziel entfernt. Ihr Rassismus zielt auch heute auf eine Spaltung der Gesellschaft ab und ist anschlussfähig an andere neuere rechte Gruppen, die dasselbe Ziel verfolgen aber keine konkrete faschistische Diktatur anstreben.

Bei Großereignissen wie dem geplanten „TddZ“ in Karlsruhe sind die Nazis zwar zum größtem Teil aus dem gesamten Bundesgebiet herbeigekarrt, dennoch dient die Verlagerung dieses Großevents nach Süddeutschland letztlich dazu, die Aktionsfähigkeit hier vor Ort zu demonstrieren, die faschistische Szene für die Teilnehmenden erlebbar zu machen und lokal zu stärken.

Karlsruhe als Aufmarschort der extremen Rechten
Seit mehreren Jahrzehnten fand in Karlsruhe durch gemeinsamen Gegenprotest bis auf eine Ausnahme kein Aufmarsch von Nazis statt, wenn gleich es immer mal wieder Versuche gab, zeigte sich der Erfolg immer im gemeinsamen solidarischen Protest. Zuletzt konnte am 25. Mai 2013 ein bundesweiter Naziaufmarsch durch Protest und antifaschistische Massenblockaden verhindert werden. Damals blieb den Nazis nach einem kurzen Stelldichein und Gerangel mit der Polizei auf dem Karlsruher Bahnhofsvorplatz nichts anderes übrig, als wieder in den Zug zu steigen und unverrichteter Dinge abzureisen. Zuvor hatte die rechte Szene einen wichtigen Veranstaltungsort im nahe gelegenen Rheinmünster-Söllingen verloren und ein Nazizentrum in Durlach konnte durch antifaschistische Intervention verhindert werden.

Mit dem Aufkommen der „Pegida“-Bewegung hat sich diese Situation dann drastisch geändert. Im Februar 2015 fand unter dem Label „Kargida“ der erste rechte Aufmarsch seit langer Zeit in Karlsruhe statt. Doch dabei sollte es nicht bleiben. In den Jahren 2015 und 2016 marschierten im Schnitt alle zwei Wochen „Wutbürger“ und Nazis durch die Karlsruher Innenstadt. Kommunale Politik und Behörden verharmlosen die Nazis als besorgte BürgerInnen obwohl von Beginn an bekannte und organisierte Gruppen von Nazis das Bild bestimmten. Darüber hinaus arbeiteten die Repressionsorgane von Polizei bis Justiz Hand in Hand zusammen, um den antifaschistischen Protest zu kriminalisieren und einzuschüchtern.

Kapitalistische Krisenzeit – Chance und Gefahr
In Zeiten kapitalistischer Krisen, setzen die Rechten verstärkt auf eine Spaltung entlang ethnischer Merkmale und völkischer Zugehörigkeit. Dabei nutzen und befeuern sie Ängste und Verunsicherung der Menschen in dem sie ein schuldfähiges Fremdes konstruieren. Das Ergebnis dieser Strategie ist, dass diejenigen, die am stärksten von der zugespitzten sozialen Konkurrenz betroffen sind, gegeneinander ausgespielt werden. Nicht nur an den Rändern Europas sondern auch hierzulande verschärfen sich die Lebensbedingungen. Die Kluft zwischen arm und reich nimmt zu. Wir wissen, dass wir dem zunehmenden Rechtsruck auf Dauer nur begegnen können, wenn auch die gesellschaftlichen Ursachen von sozialer Spaltung, Verelendung, Verunsicherung und Angst entschieden bekämpft werden. Dies kann nur durch die Überwindung des Kapitalismus mit seiner Grundlage des Privateigentums von Produktionsmitteln funktionieren. Dennoch wird das kapitalistische Wirtschaftssystem, mit seinem Selbstzweck des rastlosen Strebens nach Profit, von der Mehrheit der Bevölkerung als alternativlos angesehen. Sollte sich aber an diesem Zustand jedoch etwas ändern und die Bourgeoisie dermaßen in Erklärungsnot kommen, dass sie ihren eigenen Status gefährdet sieht, wird sie sich auf die Suche nach neuen Bündnispartnern machen. Dabei ist sie in der Auswahl nicht auf demokratische Parteien und den Parlamentarismus beschränkt. Eine ausreichend starke faschistische Bewegung, die bereit ist (oder dies zumindest vorgibt) die Interessen der besitzenden Klasse durchzusetzen stellt dabei stets eine Option dar.

Der rechte Rand
Reaktionäre Think-Tanks und Netzwerke, die sonst schon immer im Hintergrund ihre Hetze und faschistoide Ideologien sponnen, sehen jetzt ihre historische Chance gekommen. Offen agieren sie im vorpolitischen Raum und erreichen nicht mehr nur die rechten Hardliner, sondern stellen parlamentarische Machtverhältnisse her. Vom jüngsten gesellschaftlichen Rechtsruck profitiert zurzeit die „AfD“ am meisten. So gelang es ihr in den letzten Jahren sich als rechtspopulistische Partei und partieller Vertreterin der Neuen Rechten zu etablieren und mit zweistelligen Wahlergebnissen in eine Vielzahl von Landtagen einzuziehen. Sie verschieben den Diskurs nachhaltig nach rechts, um sich irgendwann in Regierungen wiederzufinden. Es ist unsere Aufgabe klar und deutlich zu zeigen, dass rassistische Parolen niemals akzeptiert werden, dass wir ihnen konsequent begegnen, egal in welchem Gewand sie daher kommen.

Was jedoch nicht passieren darf, ist faschistische Akteure, denen zurzeit weniger öffentliche Aufmerksamkeit zuteil wird, außen vor zu lassen. Denn auch am rechten Rand hat sich in den letzten Jahren einiges getan. Nachdem das Bundesverfassungsgericht der NPD eine „gefährliche Harmlosigkeit“ unterstellte, und deren weitere strategische Ausrichtung noch nicht absehbar ist, machen sich bereits weitere Akteure wie „Die Rechte“ und „Der III. Weg“ auf, sich zu formieren und die Landkarte unter sich aufzuteilen.

Der „TddZ“ als Teil des Rechtsrucks
Der Widerstand und Protest gegen die menschenverachtende Propaganda der rechten Populisten und Faschisten geht uns alle an. Wenn RassistInnen und FaschistInnen marschieren können, schaffen sie mit jedem Aufmarsch weiter Stimmung für rechte Gewalt, Ausgrenzung und Unterdrückung. Schaffen wir Bündnisse gegen Rechts, die den Menschenfeinden ganz konkreten Widerstand entgegensetzen. Mischen wir uns ein, stellen wir uns den Rechten überall entgegen wo wir es können. Gehen wir ihre Veranstaltungsräume an, thematisieren wir Verquickungen mit der faschistischen Bewegung, verhindern wir ihre öffentlichen Auftritte! Deshalb gilt es den völkisch-nationalistischen Aufmarsch in Karlsruhe mit direkten Aktionen und Blockaden zu stoppen. Unsere Waffe ist die Solidarität, unsere Stärke liegt in breiten antifaschistischen Bündnissen genauso wie die Kombination vielfältiger Widerstandsformen. Aus diesem Grund rufen wir alle AntifaschistInnen auf, gegen den faschistischen Aufmarsch in Karlsruhe auf die Straße zu gehen.

Es darf keine Zukunft für Nazis geben – Verhindern wir den „TddZ“ am 3. Juni 2017!

Weitere Infos unter: https://notddz.suedwest.mobi

Den Nazis keine Zukunft – gegen Naziumtriebe in Karlsruhe!

Liebe Genoss*innen,

wir befinden uns in einer Zeit der sozialen Kälte. Immer aggressiver propagiert der Faschismus die weitere Zuspitzung und Brutalisierung des in der bürgerlichen Gesellschaft herrschenden Konkurrenzkampfes. Andere bürgerliche Kräfte, denen diese Zuspitzung aus vielfältigen Gründen nicht gefällt, fällt nichts anderes ein, als mit Beruhigung, Leugnung, Ignoranz oder Nachgeben auf die drohende Gefahr zu reagieren. Faschist*innen versuchen erneut die Herrschaft über die Straße und die Parlamente zu erlangen. Immer öfter kommt es zu Übergriffen auf politische Gegner und Feindbilder, immer brutaler werden die Vorgehensweisen der extremen Rechten.

Auch in Karlsruhe glauben die Faschist*innen, die Straße für sich beanspruchen zu können. Seit zwei Jahren versuchen diese durch regelmäßige Demos und Aktionen in der Stadt Fuß zu fassen. In der Nacht auf den 13. Januar wurde schließlich der linke Stadtteilladen Barrio137 in der Karlsruher Südstadt zur Zielscheibe eines Naziangriffs. Tatsächlich sind Attacken auf linke Projekte längst keine Seltenheit mehr, und müssen stets mit antifaschistischer Gegenwehr beantwortet werden.

Wir als Antifaschist*innen dürfen dabei nicht zulassen, dass uns faschistische Angriffe in die Defensive drängen, sondern müssen mehr denn je offensiv und kämpferisch gegen jene vorgehen, die mit ihrer rückständigen Politik unsere Zukunft bedrohen.

Das bedeutet auch, linksradikale Politik wieder stärker nach außen zu tragen, und den Verlierern des herrschenden Systems Alternativen zu bieten, wie eine Zukunft ohne Ausbeutung und Ausgrenzung aussehen kann. Eine Zukunft, in der die Bedürfnisse aller geachtet werden, eine Zukunft nach dem Prinzip der Solidarität und eine Zukunft ohne Krieg und Klassenherrschaft. Der Kampf gegen den Faschismus ist auch der Kampf der Unterdrückten gegen die herrschende Klasse. Dessen Zerschlagung kann nur durch das Überwinden des kapitalistischen Systems erreicht werden.

Daher: am 11.03.2017 heraus auf die Straße!

Demonstration: 16:00 Uhr, Treffpunkt: Kronenplatz

Lasst uns für eine solidarische, klassenlose Gesellschaft kämpfen, und gegen jene, die uns diese Zukunft verwehren möchten.

Nicht lange fackeln! Die Nazifackelmahnwache in Pforzheim verhindern!

Nicht lange fackeln! Die Nazifackelmahnwache am 23. Februar 2017 verhindern!
Alljährlich finden wir das gleiche Schauspiel in Pforzheim wieder – der „Freundeskreis ein Herz für Deutschland“ (FHD) versammelt sich mit anderen Faschisten auf dem Wartberg, um eine Fackelmahnwache abzuhalten. Sie beziehen sich dabei auf die Bombardierung Pforzheims durch die Alliierten am 23. Februar 1945. Für die faschistische Veranstaltung an dem historischen Datum werden die geschichtliche Ereignisse rund um die Befreiung bewusst umgedichtet und verschleiert. Sämtliche Gräueltaten des deutschen Faschismus, die systematische Vernichtung von Millionen von Menschen, die der rechten Ideologie nicht entsprachen, und der deutsche Angriffskrieg werden verschwiegen und verleugnet – dadurch rücken sie Deutschland in eine falsche Opferrolle. Diese geschichtsrevisionistische Schiene ist schon seit langem ein Standbein der faschistischen Weltanschauung. Blickt man also hinter die Fassade des harmlos klingenden „Freundeskreises“, wird klar, dass er ein aktiver Teil der rechten und faschistischen Kräfte in Pforzheim und der Region ist.

Der Ruck nach Rechts – auch in Pforzheim

Seit Jahren ist diese Fackelmahnwache das größte regelmäßig stattfindende Nazievent in Baden-Württemberg. In Zeiten des Rechtsrucks müssen wir jedoch verzeichnen, dass es mitttlerweile eine Vielzahl von Events aus unterschiedlichsten rechten Spektren gibt. Das von Krisen geprägte kapitalistische System führt die Bevölkerung in Existenzängste und grundlegende Unsicherheit, was den Weg für einen gesellschaftlichen Ruck nach Rechts europaweit und auch in der BRD ebnet. Selbstverständlich finden sich diese Entwicklungen mit verschiedenen Akteuren auch in Pforzheim wieder.
Für die Öffentlichkeit am deutlichsten sichtbar war dies an den extrem hohen Wahlergebnissen der AfD bei der Landtagswahl 2016. Sie erlangten 24,2% der Stimmen aus dem Wahlkreis Pforzheim, in manchen Stadteilen sogar bis zu 44%. Außerdem sind Meldungen von faschistischen Angriffen gegen MigrantInnen oder politisch Andersdenkende keine Seltenheit in der Region. Auch in Pforzheim fanden in den letzten Jahren darüber hinaus mehrmals rassistische Kundgebungen gegen Geflüchtete mit hohen Teilnehmendenzahlen statt.
Durch diese Bandbreite an rassistischen Akteuren und Strömungen wird ersichtlich, dass es in Pforzheim einen festen Nährboden für rechtes Gedankengut gibt. Das liegt auch an der Wegschaupolitik der Stadt Pforzheim – weder konnte sie das historische Ereignis in der Stadt so aufarbeiten, dass es richtig in den Zusammenhang der faschistischen Barbarei eingeordnet wird, noch versucht sie wirklich etwas gegen die jährliche Nazifackelmahnwache zu unternehmen. Vielmehr kommt sie den Rechten entgegen, indem sie selbst geschichtlich unvollständige Gedenktafeln aufstellt und den Anschein vermittelt, dass Pforzheim kein Naziproblem hätte.
Seien es nun also die Rechtspopulisten von der AfD, der FHD oder andere Faschisten, sonstige Reaktionäre oder auch die Stadt selbst – sie tragen mit unterschiedlichen Strategien dazu bei, dass der Rechtsruck sich auch in Pforzheim weiter entfalten kann. Dabei betreiben die einen Geschichtsrevisionismus, die anderen hetzen in gewohnt plumper, faschistischer Manier gegen diejenigen in der Gesellschaft, die von den herrschenden Missverhältnissen wie Armut oder Perspektivlosigkeit am meisten betroffen sind – nämlich MigrantInnen und Geflüchtete.

Es liegt an uns!

So regelmäßig wie die Nazifackelmahnwache stattfindet, so unnachgiebig ist auch der antifaschistische Protest dagegen. In den letzten Jahren konnten wir den Faschisten mit starkem Gegenwind begegnen und gleichzeitig unsere eigenen Inhalte für den Kampf um eine solidarischen Gesellschaft auf die Straße tragen. Und das trotz der Bemühungen von Stadt und Polizei in den letzten Jahren, mit Strafbefehlen und Verfahren, mit unhaltbaren Ingewahrsamnahmen und Aufenthaltsverboten, mit brutalen Knüppel- und Pfeffersprayeinsätzen den Gegenprotest einzuschüchtern.
Dieses Jahr wollen wir an das Errungene der letzten Jahre anknüpfen, an die Mobilisierung von hunderten Menschen zu direkten Gegenprotesten und das klare Signal, dass die Stadt an diesem Tag nicht den Nazis gehört. Denn nach wie vor ist das Nazievent von Bedeutung und gleichzeitig Gelegenheit für uns, unseren Widerstand weiterzuentwickeln.
Zeigen wir, dass nur der Kampf für ein solidarisches Zusammenleben ohne Ausbeutung und Unterdrückung die Antwort auf aktuelle Probleme sein kann. Die Faschisten auf der anderen Seite liefern nur vermeintliche Antworten, die schon in der Vergangenheit deutlich gezeigt haben, dass sie für die Bevölkerungsmehrheit alles andere als ein besseres Leben in Aussicht stellen.

Das heißt für uns alle am 23. Februar 2017 wieder in Pforhzeim gegen die Faschisten auf dem Wartberg vorzugehen und einen starken antifaschistischen Protest auf die Beine zu stellen!


Gemeinsame Anreise aus Karlsruhe:

17:00 Uhr | Karlsruhe Hbf | Südausgang

Antifa-Abend mit Vortrag zum Thema „Widerstand im Konzentrationslager Dachau“

Liebe AntifaschistInnen,

am Samstag, den 18.02. ist es wieder soweit und das Barrio137 öffnet seine Türen zum monatlichen Antifa-Abend (immer am 3. Samstag im Monat).

Vortrags-Thema ist diesmal: „Widerstand im Konzentrationslager Dachau“ mit einem Referenten der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (vvn-bda.de)

Danach und währendessen gibt es kühle Getränke, leckere Snacks und gute Gesellschaft.

Beginn: 18:00 Uhr
Vortrag: ab 19:00 Uhr
Ort: Stadtteilladen Barrio137, Luisenstraße 31, 76137 Karlsuhe-Südstadt

Infos: http://barrio137.de

Wer sich und seine Ideen bei der Gestaltung eines der künftigen
Antifa-Abende einbringen möchte, kommt am Besten zum OAT.
(immer am 1. Donnerstag im Monat).

Wir sehen uns!

NEW GANG IN TOWN – Gründungsparty der Antifaschistischen Aktion Karlsruhe

15732722_1245046085582210_3461586977048580738_oHergehört! Am 21. Januar ist es endlich soweit. Wir möchten gemeinsam mit euch die Gründung der Antifaschistischen Aktion Karlsruhe feiern, mit Live-Musik, kühlen Getränken und einem Abend-Programm, bei dem kein Auge trocken bleiben muss.

Live-Act’s:

* Enraged Minority (Freiburg)
* Cruel Friends (Karlsruhe)
* Kiosk (Stuttgart)

Beginn: 21 Uhr

Ort: P8 | Pennsylvaniastr. 8, 76149 Karlsruhe

Kommt zahlreich.
ALERTA!

27.12. | 19:30 Uhr | Diskussionsveranstaltung: Stammheim und die §§ 129

Svtammheim und die §§129 – Instrumente der Klassenjustiz

Die revolutionäre Linke sah sich 2016 erneut mit einer Vielzahl von Repressalien konfrontiert. Insbesondere kurdische und türkische AktivistInnen wurden mit politischen Großverfahren konfrontiert. Die
Anzahl an 129b-Verfahren, wegen der angeblichen Unterstützung einer terroristischen Vereinigung im Ausland, hat in den vergangenen Jahren stetig zugenommen. Die Unterstützung der kurdischen Bewegung und der türkischen Linken soll hier als „Terrorismus“ verurteilt werden.

Bundesweit ziehen am Silvesterabend solidarische Menschen vor die Knäste, um sich mit den GenossInnen zu solidarisieren und die Freiheit für alle politischen Gefangenen zu fordern. In vielen Städten blicken diese Knastspaziergänge auf eine lange Tradition zurück.

Im Rahmen der Veranstaltung möchten wir mit Aktiven aus Stuttgart, die dort entsprechende Aktionen an der JVA Stammheim organisieren, diskutieren. Wir möchten uns austauschen zu politischer Repression in Deutschland, den Paragraphen 129, Knast als Strafe und nicht zuletzt einen Einblick in die diesjährige Silvestermobilisierung erhalten.

27.12.2017 | 19:30 Uhr | Barrio 137 – Luisenstraße 31, 76137 Karlsruhe-Südstadt

Schluss jetzt! Am 18.12. „Karlsruhe wehrt sich“ entgegentreten

Am Sonntaflyerg, den 18.12., wollen die Nazis und Rassist*innen von „Karlsruhe wehrt sich“ erneut in unserer Stadt aufmarschieren. Dem wollen sich Antifaschist*innen und Nazigegner*innen wieder in den Weg stellen.

Das Antifaschistische Aktionsbündnis Karlsruhe (AAKA) organisiert eine Kundgebung mit Redebeiträgen und veganer Vokü ab 13 Uhr auf dem Stephanplatz (Achung! Uhrzeit kann sich noch ändern – achtet auf Ankündigungen).

Da sich die Aufmärsche von „Karlsruhe wehrt sich“ wieder hin zu einer ansteigenden Zahl an Teilnehmenden entwickeln, ist es umso wichtig, dass unser Protest und Widerstand auf der Straße wieder an Fahrt aufnimmt!

Auch für das Jahr 2017 hat Ester Seitz, die mittlerweile ihren Wohnsitz in den Osten Deutschlands verlegt hat, bereits Aufmärsche im 4-Wochen-Takt angemeldet. Es ist unterträglich, aber auch nicht abgwegig, dass diese Person Karlsruhe auch weiterhin als Aufmarschort für die extreme Rechte auserkoren hat – und die Aufmärsche auch aus dem fernen Meißen weiterhin steuert. Das liegt nich zuletzt auch daran, dass Polizei und Stadt Karlsruhe Ester Seitz den Hof machen. Während vor allem junge Antifaschist*innen aufgrund fadenscheiniger Begründung von wilden BFE-Horden festgenommen und im Nachgang kriminalisiert werden, können die Nazis ungestört agieren. Für sie gilt kein Vermummungsverbot, sie dürfen Gegendemonstrant*innen ungestört abfilmen, sie dürfen Waffen, wie Pfefferspray und Messer bei sich tragen, sie dürfen ungestört volksverhetzende Reden und Parolen rufen („Nationalsozialismus jetzt“) … Die Liste ließe sich endlos fortführen.

Der Irrglaube, die Aufmärsche von „Karlsruhe wehrt sich“ würden sich erledigen, wenn Ester Seitz die Luft ausginge, ist fatal. Wer dies glaub, hat die Dynamik rechter Bewegungen nicht verstanden. Schon jetzt sind neue Gruppierungen und Organisationen aus dem Spektrum von „Karlsruhe wehrt sich“ entstanden. Neben dem „Bündnis deutscher Patrioten“, den „Fellbacher Reichsbürgern sowie Einzelpersonen stehen damit genug potentielle Nachfolger von Ester Seitz bereit.

Mittlerweile wird der Protest gegen „Karlsruhe wehrt sich“ fast auschließlich von jungen Antifaschist*innen und dem AAKA getragen. Wir fordern daher alle zivilgesellschaftlichen Kräfte, Gewerkschaften, Antifaschist*innen, Nazigegener*innen usw. auf, am 18.12. zur Kundgebung des AAKA zu kommen.

Lasst uns gemeinsam gegen den Aufmarsch von „Karlsruhe wehrt sich“ vorgehen! Kommt zur Kundgebung des AAKA ab 13 Uhr (kann sich noch ändern) auf dem Stephanplatz.

Schluss jetzt! Setzen wir den Naziaufmärschen ein Ende!